Liebe NABU'ler und Freund*innen des NABU
Liebe Naturschutzmacher*innen,
Ende eines Jahres - Bilanz wird gezogen... So ist es vermutlich bei vielen von uns in allen Lebensbereichen und vermutlich intensiver, je älter wir werden.
Und auch wir - der NABU Darmstadt mit seinen ca. 2.030 Mitgliedern - blicken auf 2025 zurück und wollen Euch mitnehmen in ein neues Naturschutzjahr 2026. Erschreckt bitte nicht über die Länge dieser "Bilanz und Ausblick". Ihr könnt es ja in mehreren Abschnitten lesen. Dafür habt Ihr Euch ja sicherlich Urlaub genommen 😉
Zuallererst geht unser Dank an Euch. Eure Unterstützung in vielfältigster Form hilft uns unseren "Auftrag" zu erfüllen: Fürsprecher und Kämpfer zu sein für die Belange der Natur: die Tiere, Pflanzen, Pilze, deren Lebensräume und ihre Beziehungen zur unbelebten Natur. Dabei ist uns bewusst, dass "die Natur" auch ohne unser Dazutun ihre Wege findet. Aber wir sollten trotzdem nach bestem Wissen und Gewissen alles dafür tun, uns für den Erhalt oder Ausbau von Ökosystemen, von Lebewesen-Gemeinschaften bis hin zu einzelnen Arten einzusetzen. Das ist gelebter Natur-, Umwelt- und letztlich auch Klimaschutz.
Das Euch diese Nachricht erreicht hat und wir sowohl im Internet als auch in den Sozialen Medien (Facebook, Instagram) präsent sind, verdanken wir einem jungen engagierten „EDV-Team“ um Lukas, Tanita und Jennie. Insbesondere Lukas hat sich hier in besonderem Maße eingebracht. Vieles was so selbstverständlich erscheint ist komplexe, zeitintensive Programmiertätigkeit. Damit schaffen wir es Informationen noch breiter aber auch zielgerichteter zu streuen, was in einer Zeitepoche wie der unseren eminent wichtig ist.
Mit über 30 Präsenz-Veranstaltungen haben wir 2025 unsere Anliegen einer breiten Öffentlichkeit vermittelt. Zahlenmäßig absoluter Höhepunkt war unser Winter-Spaziergang am Steinbrücker Teich mit ca. 90 Besuchern. Sehr gut besucht waren auch unsere Fledermaus-Veranstaltungen und die vogelkundlichen Exkursionen. Nicht zu vergessen unsere „Kräuter-Tour“ mit Essproben in Kranichstein.
NABU-traditionell sind die vogelkundlichen Angebote von unserer Projektgruppe Vogelkartierung (Philip, Lukas, Stefan, Torsten) am häufigsten in unserem Veranstaltungs-Reigen vertreten. Feldornithologische Exkursionen, d.h. das Beobachten und Dokumentieren unserer Vogelwelt, treffen nach wie vor den Puls der Zeit. Im Vergleich unter den bürgerschaftlichen, formal nichtakademischen Naturkunde-Beobachtungen machen die „Hobby-Ornithologen“ europaweit die stärkste Fraktion aus. Vermutlich liegt es an einer Vielzahl von Gründen: Die immerwährende Faszination am Vogelflug, das (noch) häufige Vorkommen der Vögel, die Schönheit und Vielfalt des Gesangs und sonstiger Lautäußerungen und generell die Fülle an wunderbaren Verhaltensweisen, die man über die Jahre hinweg auch im eigenen Garten entdecken kann. Und Darmstadt bietet eine Vielzahl an unterschiedlich strukturierten Naturräumen mit einer hohen Diversität an Vogel-Arten.
Innerhalb unserer vogelkundlichen Exkursionen haben wir alle Himmelsrichtungen erkundet: den Süden in Eberstadt, den Westen mit der Heimstätte und am Griesheimer Sand (inklusive August-Euler-Flugplatz), den Norden in Arheilgen und Wixhausen und den Osten mit Fasanerie, Steinbrücker Teich und Oberfeld. Und auch die Gemarkung Messel nicht zu vergessen, die traditionell von unserer Ortsgruppe mit betreut wird. Daneben waren einzelne Mitglieder der Gruppe auch in Biotopen im Umland unterwegs, sei es Reinheimer Teich, Bickenbacher Landbachaue, in Alsbach, Viernheim und Lambsheim, um nur einige zu nennen.
Einige von uns kartieren seit diesem Jahr regelmäßig die Vogelarten in festen Planquadraten und erfassen diese Daten für den neuen bundesweiten Brutvogelatlas ADEBAR 2. Eine wichtige Bestandsermittlung, angelegt auf 5 Jahre. Schon jetzt lassen sich bedenkliche Trends erkennen: nicht nur die gemeldete Gesamtanzahl an Vogel-Individuen hat abgenommen, sondern auch frühere "Allerweltsvögel" wie Feldsperling, Feldlerche, Rauchschwalbe und Waldlaubsänger sind immer seltener anzutreffen und stehen mittlerweile auf den Roten Listen in Hessen und Deutschland. Oder wie Katja so schön formulierte: „Früher war mehr Blaumeise“… . Der Usutu-Virus hatte dieses Jahr insbesondere unter den Amseln ziemlich schlimm gewütet. Die Bestände erholen sich aber wieder langsam, nach allem was wir beobachten können. Trotzdem bleibt eine Amsel-Sichtung mancherorts immer noch eine Seltenheit.
Und genau da können wir ansetzen: mit dem Wissen um eine Bestandsgefährdung aktiv in Zusammenarbeit mit den Behörden und Landschaftspflegeverbänden einzugreifen, z.B. in Anbringung von speziellen Nisthilfen, Gestaltung von Biotopen wie z.B. Feldgehölzen, oder die Offenhaltung von Flächen für Bodenbrüter etc.
Einige Highlights unserer Vogelkartierungsgruppe:
Für 2026 wollen wir versuchen zu erfassen, wieviele Rotmilan-Paare mit ihren Horsten bei uns brüten. Wenn jemand von Euch Interesse hat, ggf. auch schon etwas Vorwissen mitbringt, meldet Euch bitte bei uns. Und auch ansonsten stehen wieder viele Exkursionen auf dem Plan. Schaut mal vorbei.
Aktionen mit und für Kinder und Jugendliche / NAJU (Katja, Lioba, Oliver, Lukas)

Getreu dem Motto „Man kann nicht schützen, was man nicht kennt." war und ist natürlich unsere Motivation Kindern die Faszination des Lebendigen zu zeigen. Zudem macht es einfach Spaß mit Kindern zusammen Natur zu entdecken. Man sieht anders und auch mehr und überlegt sich Antworten auf Fragen, die man sich noch nie gestellt hat! Veranstaltungen zum Umweltdiplom der Stadt Darmstadt und diverse Informationsstände, die auf Kinder / Jugendliche zugeschnitten waren, konnten wir anbieten. Letztlich erwuchs daraus unsere Motivation für 2026 eine offizielle NAJU-Gruppe ins Leben zu rufen. Genaueres hierzu folgt im Laufe der nächsten Zeit auf unserer Homepage.
Projektgruppe Amphibienschutz (Kirstin, Steffi, Robert)
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Ebenfalls eine traditionelle und wichtige Säule unserer Naturschutzarbeit ist der Amphibienschutz, d.h. die Dokumentation, Schutz und Pflege unserer einheimischen Frösche, Kröten, Unken und Schwanzlurche (Molche, Salamander).
Dazu gehören:
In unserer Gruppe kann jede Person gleichberechtigt und nach seinen Möglichkeiten mitarbeiten. Wir stehen im regen Austausch mit den Kollegen im Kreisverband Darmstadt. Dadurch ergibt sich eine effektive Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung bei Arbeitseinsätzen.
Einige von uns waren auf Tagungen und Fortbildungen über Amphibien. Anschließend erfolgte stets ein Austausch in der Gruppe. Unsere Arbeit kann nur in Zusammenarbeit mit städtischen und überregionalen (ONB, Forst) Behörden funktionieren. Ein Beispiel, wo wir derzeit für die Belange der Amphibien kämpfen ist die Population am Goetheteich. Hier haben sich unseres Erachtens die Lebensbedingungen für die Amphibien verschlechtert. Dabei stehen wir derzeit in einem kritischen Austausch hinsichtlich der weiteren Planungen der Umweltbehörden der Stadt für diesen Bereich.
Für das Jahr 2026 wäre wichtig, dass uns auch weiterhin Amphibiensichtungen oder Beobachtungen in diesem Themenbereich (denen wir z.B. nachgehen müssen) umgehend gemeldet werden.
Projektgruppe Eulenschutz (Roland)
Unsere Eulenschutz-Gruppe ist eigentlich erst dieses Jahr so richtig durchgestartet. Unter der Leitung von Roland konnten wir uns nach und nach über die Verteilung der bislang aufgehängten Niströhren für Steinkäuze und die eingebauten Schleiereulen-Kästen eine Übersicht verschaffen. Diese werden nun digital kartiert und regelmäßig kontrolliert. Roland hat auch gleichzeitig die Rolle des AK-Leiters Eulenschutz aus dem Kreisverband Darmstadt übernommen. Dessen Vorgänger hatte sein Amt abgegeben und eine Unmenge an zu kontrollierenden Nistkästen hinterlassen. Von daher überschneiden sich manche Arbeitseinsätze, da die Einsatzorte im ganzen Kreisverbandsgebiet verstreut liegen, z.B. Pfungstadt, Weiterstadt, Griesheim, Seeheim etc.
Von daher brauchen wir unbedingt weitere „Eulenfreunde“, die am besten auch tatkräftig mitarbeiten können. Auch Helfer, die über ein Fahrzeug verfügen an oder in dem eine Leiter transportiert werden könnte, sind sehr gerne gesehen. Folgende Arbeitsfelder liegen 2026 vor uns:
Projektgruppe Fledermausschutz (Lioba, Oliver, Martin)

In Darmstadt sind bislang 16 Fledermausarten festgestellt worden. Wenn man weiß, dass in ganz Deutschland 26 Arten vorkommen, so leben wir hier in einem Fledermaus-Hotspot. Diese Fledermausvielfalt in Darmstadt soll natürlich erhalten bleiben. Wir bestimmen die Arten mit Hilfe von Ultraschalldetektoren. Von diesen haben wir seit 2025 noch mehr zur Verfügung, so dass mehr Aufnahmen von Fledermausrufen über längere Zeiträume möglich waren. Dabei wurde nicht nur erstmalig die seltene Mopsfledermaus erfasst, auch interessante Beobachtungen zum Verhalten der Arten konnten gemacht werden. Z.B. eine große Anzahl an Rufen der Zwergfledermaus in einer Regennacht und eine große Aktivität der Abendsegler synchron zum Schwärmen der Junikäfer.
Im Jahr 2026 werden die Aufnahmen und Auswertungen von Fledermausrufen weitergeführt. Ein stationärer Detektor erfasst die Aktivitäten über das ganze Jahr. An bereits bekannten Orten werden Aufnahmen wiederholt. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Auffinden und der Schutz von Fledermausquartieren. Dafür wird das Wissen zu Quartieren in Gebäuden durch Mitarbeit in anderen NABU-Projekten erweitert (z.B. der Mausohr-Bahnhof in Mümlingen-Grumbach). Durch Erfahrungsaustausch mit anderen Fledermausgruppen sollen sinnvolle Orte für Fledermauskästen im Wald festgelegt werden.
Projektgruppe „Insekten und Spinnentiere“ (Stefan, Torsten)

Gegründet in diesem Jahr war uns wichtig die Besonderheiten von „Krabblern“ in unserem schönen Darmstadt festzustellen und einem größeren Publikum bekannt zu machen. Und da 2025 auch gleich ein Heldbock-Jahr war, waren wir schon mittendrin im Getümmel. Gefühlt an jeder Eiche waren die typischen Bohrlöcher des Großen Eichenbocks (= Heldbock) zu sehen. Und die ansonsten selten anzutreffenden Imagines waren sehr häufig in ihrer ganzen Pracht zu beobachten. Als weiteres Großinsekt konnten wir die Ausbreitung der Europäischen Gottesanbeterin an verschiedenen Standorten dokumentieren. Diese sind auch bereits in die Siedlungsgebiete vorgedrungen, wie der Fund einer Oothek (Eigelege) an einem Hoftor deutlich machte. Sie sind typische Klimaanzeiger für die erhöhte Durchschnittstemperatur in unseren Breiten.
Highlight war im August unsere sehr gut besuchte Heuschreckenexkursion auf unserer NABU-Wiese im Naturschutzgebiet Lerchenberg und Kernesbellen im Osten Eberstadts. Die ausgewiesene Fachfrau Johanna Berger vom Fachbereich Biologie der TU Darmstadt nahm uns mit in die Vielfalt dieser faszinierenden Insektengruppe. Daneben lernten wir auch die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Mahd-Techniken kennen. Wir hoffen auch 2026 diese Exkursion wieder anbieten zu können.
Projektgruppe „Kippen nicht schnippen“ (Kirstin)
Ebenfalls 2025 gegründet geht diese auf die Idee von Kirstin zurück unsere Umwelt von den Rückständen von Zigarettenkippen zu bewahren. Der BUND Deutschland hat veröffentlicht, dass jährlich weltweit 4,5 Billionen (!) Zigarettenkippen in die Umwelt gelangen. An den Stränden der Ostsee machen sie 53% des eingesammelten Mülls aus. Es ist auch nicht selten, dass Vögel die zerfaserten Reste für den Nestbau nutzen. Problematisch sind insbesondere die vielen Giftstoffe, die hier enthalten sind und sukzessive in die Umwelt gelangen. Eine Zigarettenkippe ist ausreichend um 1.000 Liter Wasser so zu kontaminieren, dass kleinere Wasserlebewesen (z.B. Wasserflöhe) daran zugrundegehen können. "In Schweden wird derzeit ein Projekt getestet, wo Rabenvögel abgerichtet werden gegen Belohnung Zigarettenkippen in vorgegebene Boxen einzuwerfen. Ganz abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit Wildtiere für unsere Müllproblematik einzuspannen wird auch hier von Naturschützern die Gefahr der Eigenkontamination ins Feld geführt. Dem können wir uns nur anschließen. Hier wird die Intelligenz einer Mitspezies grob fahrlässig ausgenutzt. Am besten ist natürlich, wenn diese Zigarettenkippen garnicht erst in die Umwelt gelangen. Kirstin initiierte eine Informationskampagne in Absprache mit dem Umweltamt mittels Hinweisplakaten. Dies und dem Auslegen von Kippensammlern führte zu einer deutlichen Verringerung der „Kippen-Bestände“ in einem Testgebiet. Wir werden auch in der Folge weiter daran arbeiten, dass diese besondere Umweltverschmutzung reduziert wird. Und den Rauchern unter Euch sei gesagt, es ist nicht nur gesünder zu verzichten, sondern auch nachhaltiger. Soviel zum Guten Vorsatz fürs Neue Jahr.
Projektgruppe Messel (Dore, Hans Günter)
Die Arbeit hier ist sehr vielfältig und umfasst u.a. Arbeitseinsätze auf unseren Grundstücken. So waren am 5. Dezember fünf Mitarbeiter der Firma Victrex Europa GmbH auf unserer Streuobstwiese zu einem freiwilligen Arbeitseinsatz. Es wurden ein Stück Wiese gemäht, das Eidechsenbiotop neu gestaltet und einige Obstbäume ausgeschnitten. Während der Arbeit wurde viel über die Besonderheiten unseres Grundstücks, Nisthilfen, Insektenhotel, Rosen- und Nashornkäferwiege, Eidechsenfeld und Benjeshecke, und über allgemeine Fragen zum Naturschutz gesprochen.
Daneben finden in unregelmäßigen Abständen Begehungen in dem Weltnaturerbe Grube Messel statt, um insbesondere die Fauna zu erfassen. Weiterhin finden in Absprache mit der MHI (Mitteldeutsche Hartstein-Industrie) im Steinbruch „Auf der Moret“ Erkundungen statt, um insbesondere zeitlich und regional stark begrenzte Amphibienvorkommen (z.B. Kreuzkröte, Gelbbauchunke) und die Vogelwelt zu dokumentieren und ggf. zu schützen.
Projektgruppe Müllsammeln (Donald, Goto, Lukas)

In diesem Jahr gründete sich unsere neue Projektgruppe „Müllsammeln“, die regelmäßig an verschiedenen Orten Darmstadts unsere Naturräume säubern. Hervorgegangen aus einer privaten Initiative ist nun auch der EAD (Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen) der Stadt Darmstadt ein Kooperationspartner. Seit dem World Cleanup Day am 20. September wurden in mehreren Sammelaktionen ca. 450kg Müll eingesammelt. Eine erschreckend hohe Zahl, die bewusst macht, was Homo sapiens so in seiner Umwelt „hinterlässt“. Wichtig ist uns daneben auch die Informationsweitergabe und Sensibilisierung für das Thema auf Veranstaltungen wie Exkursionen, Messen etc.
Projektgruppe Naturgarten (Christa, Jennie, Tanita)
Unsere Naturgartengruppe konnte durch das Erlebbarmachen von Natur während Exkursionen und Kräuterwanderungen am meisten Menschen erreichen. Auch kulinarisch kamen viele Teilnehmer auf „ihre Kosten“. Viele innovative Speisen wurden aus dem Wildkräuterangebot der Umgebung von Christa zubereitet und nach einer Exkursion gerne verzehrt. In Zusammenarbeit mit dem Kranichsteiner Verein Menschenskinder standen hier Raum und Geschirr zur Verfügung. Herzlichen Dank dafür.
Seit einiger Zeit finden sich die Aktivitäten unserer Gruppe auch auf Video. Auf unserer Homepage sind alleine 20 Filme verlinkt, die dann über Youtube abspielbar sind. Dankeschön an Alexander Krömmelbein, der diese in unserem Auftrag produziert hat.
In 2026 werden diese Aktivitäten noch durch die Prämierung von Naturgärten erweitert.
Projektgruppe Nisthilfen (Jennie, Philip, Stefan)
Mit NABU wird traditionell Vogelschutz, Nisthilfen und Winterfütterung verbunden. Einen Teil davon liefern wir mit dem Anbringen und der Kontrolle von Nisthilfen. Dieses Jahr haben wir begonnen, die Nistkästen im Stadtgebiet systematisch zu erfassen. Bei der Kontrolle jetzt im Herbst auf dem Oberfeld oder am Waldfriedhof haben wir so manche Überraschung erlebt. Neben Vogelnestern gab es auch ein Stelldichein mit flüchtenden Eichhörnchen, staunenden Mäusen, schlafenden Schläfern und den filigranen Nestern von Wespen und Hornissen.
Unsere beiden bewährten Wanderfalken-Nistkästen sind und werden auch noch von diesen herrlichen Greifvögeln genutzt. In beiden Nestern sind auch dieses Jahr Jungtiere großgeworden. Stadttauben – deren bevorzugte Beute im Stadtgebiet – gibt es ja genug.
Weitere Wanderfalkenkästen sollen im Stadtgebiet aufgestellt werden. Wir stehen mit den entsprechenden Institutionen (Hochschule Darmstadt) und Behörden (Umweltamt) intensiv im Gespräch. Auch für den Turmfalken suchen wir noch Örtlichkeiten, um entsprechende Nistkästen zu installieren.
Begeisterte Kinderaugen erleben wir bei den Kooperationen mit dem Kinderhaus im BDP (Bund Deutscher Pfadfinder) am Oberfeld und mit der Kyritzschule in der Emilstraße. Dort wurden von uns gestiftete Nisthilfen aufgehängt, die im Herbst gemeinsam „begutachtet“ worden sind. Vielleicht ist bei den Lütten ein Same „Naturschutzmachen“ gepflanzt worden, was hoffentlich immer weiter wächst…
Projektgruppe „Schwalben und Mauersegler“ (Peter) und „Vögel in Not“ (Jennie)
Eine besondere Aufmerksamkeit erhalten bei uns die Schwalben und Mauersegler. Als Zugvögel erfasst jährlich Peter akribisch deren erstmaliges Erscheinen und deren Abflug. Generell weisen die Daten der letzten Jahre daraufhin, dass beide Gruppen immer früher hier ankommen und teilweise auch länger bleiben. Die Bestände scheinen derzeit noch stabil zu sein, auch wenn insbesondere bei der Mehlschwalbe regional eine Abnahme festzustellen ist. Uferschwalben als Koloniebrüter in Sandformationen sind bei uns bislang eher „Überflieger“, aber ohne Brutnachweis. Im Umkreis findet man einige Kolonien in den steilen Uferböschungen der Baggerseen, insbesondere bei aktiven Kieswerken (z.B. Crumstadt, Bensheim, Babenhausen) bzw. in künstlichen Aufschüttungen (Alsbach).
Auch in diesem Jahr waren wir wieder beratend bei privaten Hausbesitzern, öffentlichen Gebäudebesitzern (Hochschule Darmstadt) und Wohnungsbaugenossenschaften (Ludwigshöhviertel) vor Ort, um für die Anbringung von Nisthilfen zu werben.
Ein weiterer Arbeitsbereich zusammen mit Jennie von „Vögel in Not“ ist die Aufklärung von besorgten Bürgern, wie mit verunfallten bzw. alleine sitzenden Jungvögeln umzugehen ist. Da wir keine Wildvogelauffangstation haben, können wir nur allgemein auf entsprechende Institutionen hinweisen. Jennie hat ein „Erste-Hilfe-Plakat“ entworfen, was auf unserer Homepage publiziert ist. Die privat geführte Mauerseglerklinik in Frankfurt wie auch andere Stationen werden von uns finanziell unterstützt.
Aktionen mit dem NABU Kreisverband Darmstadt

Die seit Jahren durch den KV organisierte Hochstamm-Obstbaumverkaufsaktion in Ober-Ramstadt wurde dieses Jahr erstmals unter der Leitung von Roland aus unserer Ortsgruppe durchgeführt. Etliche Stunden der Vorbereitung und mit zwei Tagen der Durchführung eine Aktion, die nur im Rahmen der Mitarbeit von Aktiven aus diversen Ortsgruppen (u.a. Darmstadt, Mühltal, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Seeheim) stemmbar ist. Die Nerven lagen bei einem solchen Großprojekt nur kurzzeitig blank. Letztlich hat alles hat doch wunderbar geklappt: die Bäume sind von den zufriedenen Kunden abgeholt worden. Der logistische Ablauf lief durch das bewährte Team einwandfrei. Ein herzlicher Dank an die Familie Bernhard vom Pomawiesenhof in Ober-Ramstadt, die schon seit Jahren dem NABU für diese Aktion ihr Gelände zur Verfügung stellt. Auch 2026 ist diese Aktion wieder geplant.
Daneben nehmen einige von uns regelmäßig an den Vorstandssitzungen des Kreisverbandes teil und bringen sich dort mit ein. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Tino Westphal, dem KV-Vorsitzenden und dem gesamten Vorstandsteam für die tolle und fruchtbare Zusammenarbeit.
Was erwartet Euch und uns 2026?
Die guten Nachrichten:
Die herausfordernden Punkte:
Die weniger-guten Nachrichten:
Das lachende und weinende Auge wird uns also auch 2026 begleiten. Bei manchen Entscheidungen, die Politiker, Wirtschaftsmanager und mittlerweile auch „Beeinflusser“ der digitalen „Sozialen“ Medien getroffen haben bzw. planen, möge einer meiner Lieblingssprüche gelten: „HERR, lass Hirn regnen oder Steine – Hauptsache Du triffst!“
Und mit dem oft zitierten Leitvers „Gemeinsam sind wir stark“ wollen wir Euch ermutigen, uns auch weiterhin zu unterstützen: Finanziell aber gerne auch mit Eurem tatkräftigen „Mit-Tun“. Wir suchen eigentlich in allen Projektgruppen Helfer, die wissbegierig und anpackend sind. Und wenn Ihr Anregungen habt, was wir besser machen können… als her damit. Besucht unsere Veranstaltungen, unsere digitalen Plattformen und wenn Euch das gefällt - macht in Eurem Umfeld Werbung für den NABU.
Schon gleich im neuen Jahr beginnen wir am Sonntag, 4. Januar mit einem naturkundlichen Neujahrsspaziergang. Falls ihr in der Nähe seid, kommt vorbei. Wir starten ab 14 Uhr am Osthang der Mathildenhöhe und schauen uns die winterlichen Naturräume des Ensembles und der Rosenhöhe an.
Wir wünschen Euch Alles Gute für 2026, insbesondere Gesundheit ohne die all unsere Pläne ins Leere laufen.
Im Namen des Gesamtvorstands des NABU Darmstadt
Euer Öffentlichkeitsteam
Lukas, Stefan und Torsten
